Andacht zum Karfreitag

Worte und Gedanken zum Karfreitag  (10. April 2020)

Evangelium:  Johannes 19, 17+18.30

Sie nahmen Jesus und er trug sein Kreuz und ging hinaus zu der Stätte, die 'Schädelstätte' genannt wird, auf hebräisch 'Golgatha'. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere. Als Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: »Es ist vollbracht!«, und neigte sein Haupt und verschied.

Das Ende ist ohne den Anfang nicht denkbar. Wobei der Anfang auf den Neubeginn in der Zukunft weist. Und doch darf man es sich dabei nicht zu einfach machen, fast schon gleichgültig-bequem. Es ist hart und brutal, was da geschieht. Die Herrschenden fackeln nicht lange, setzen ihr Recht durch. Es wird immer ein Rätsel bleiben, weshalb der liebende Gott ausgerechnet diesen Weg wählt, um uns zu erlösen, um uns zu befreien von der Last unserer Schuld.

»... was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last«,   (EG 854) singen wir betroffen. Geloben wir wenigstens Besserung? Wenn die Liebe nämlich nicht durchdringt, durch dieses unfassbare Geschehen hindurch, dann hat das »Es ist vollbracht!« sein Ziel nicht erreicht; dann gerinnt es zum reinen Selbstzweck.

Wenn Jesus die Seinen, die unterm Kreuz stehen, aneinander weist, dann heißt das doch: Es geht weiter! Es wird und es muss weitergehen. Ab jetzt mit euch. Ich ge-brauche euch! Die Geschichte zeigt, dass es so gekommen ist: Bis heute erfahren Menschen von Jesus. Auch durch uns!? Sie erfahren, dass sich da einer nicht zu schade ist, für andere bis zum Äußersten zu gehen.

Wenn Mitgefühl, Solidarität, Nächstenliebe aus dieser Botschaft erwachsen, dann ist sie in unserer Mitte und in unseren Herzen angekommen.

Gebet:

Wir danken dir für deine hingebende Liebe, Gott. Wir danken für alle Kraft, die du uns für andere Menschen schenkst. Wir bitten dich für die, die diese Kraft als politische Verantwortungsträger brauchen. Bewahre sie vor aller Selbstüberschätzung und kläre ihre Gedanken. Wir bitten dich für alle, die Dienst tun in unseren Krankenhäusern und Altenheimen. Lass sie gerade jetzt nicht müde werden. Segne all ihr Sorgen und Mühen. Wir bitten für uns selbst: Gib uns wache Augen und tatkräftige Hände. Zeige uns, wer uns braucht. Wo wir selber schwach werden, lass andere nicht fern sein. Mach uns stark in der Liebe, fest im Glauben und unbeirrt gegen alle Zweifel.  Amen.

Pfr. U. Burkhardt